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Festlegung von Selbstverständnis und Werten

Digitale Transformation: Süddeutsche Zeitung mit Zehn-Punkte-Papier

Foto: Christine Roth

Die SZ hat ein Zehn-Punkte-Papier zu ihren Werten in Zeiten der digitalen Transformation herausgegeben. Der kleine Kodex umfasst Punkte zum Umgang in der Redaktion wie auch arbeitsethische Aspekte.

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Selten stand der Journalismus vor einer vergleichbaren Herausforderung: der digitalen Transformation. Obwohl davorstehen eigentlich der falsche Ausdruck ist, schließlich stecken wir schon seit Jahren mittendrin im Umbruch. Wo genau alles angefangen hat, lässt sich kaum noch datieren; außer vielleicht auf den Livegang des Internets am 30. April 1993. Und ein konkretes Ende ist nicht in Sicht.

Und eben weil diese Phase schwammig ist und sich hier Purpose und Selbstverständnis von einem Jahr auf das andere schlagartig ändern können, hat die SZ-Redaktion ihres nun in einem Zehn-Punkte-Papier zusammengefasst. „Es soll in der digitalen Transformation als Kompass dienen“, schreibt die SZ auf der Webseite.

Entstanden ist das Papier im SZ-Redaktionsausschuss, der die Redaktion gegenüber der Chefredaktion und dem Verlag vertritt. „Seine aktuellen und ehemaligen Mitglieder haben gemeinsam mit vielen Kolleginnen und Kollegen zehn Punkte erarbeitet und in ein Grundlagenpapier gefasst“, heißt es auf der Seite weiter. Es soll die Richtung weisen, in die sich die SZ entwickeln muss, „um auch in Zukunft an der Spitze des Qualitätsjournalismus zu stehen.“

Das Papier umfasst folgende Punkte:

  1. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung begreifen sich über alle Ressorts und Veröffentlichungskanäle hinweg als eine Redaktion.
  2. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SZ hören einander zu, unabhängig von Alter, Geschlecht, Hierarchie und Betriebszugehörigkeit.
  3. Die Süddeutsche Zeitung ist ein vertrauter, unbestechlicher, neugieriger, offener, kluger und wenn möglich heiterer Freund und Begleiter.
  4. Die tiefe regionale Verankerung ist ein Alleinstellungsmerkmal, das die SZ in Stil und Ton besonders prägt.
  5. Die Süddeutsche Zeitung versteht sich als Leuchtturm in einer unruhigen und unübersichtlichen Welt.
  6. Ein guter Text ist ein guter Text, egal, ob dieser digital ausgespielt oder gedruckt wird. 
  7. Die Redaktionsmitglieder sind offen für die journalistischen Möglichkeiten neuer Kanäle und Technologien. 
  8. Die Redaktion versteht Zahlen und Daten als Chance und nutzt sie, ohne sich zu deren Sklaven zu machen. 
  9. Die SZ-Identität ist in allen ihren Produkten – ob analog oder digital – deutlich spürbar.
  10. Leserinnen und Nutzer verändern sich ebenso rasant wie die Redaktion. Es gilt, ein neues und offenes Verhältnis auf Augenhöhe zu begründen. 

Laut SZ Mitglieder des Redaktionsausschusses 2019-2021 und 2017–2019: 

Katja Auer, Karoline Meta Beisel, Heiner Effern, Carolin Gasteiger, Max Hägler, Ulrike Heidenreich, Sebastian Herrmann, Lena Jakat, Matthias Kolb

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