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Der NFT-Hype erreicht die Medien

Die nächste Ausgabe des renommierten "Time"-Magazine erscheint als Non Fungible Token in der Blockchain. Passend dazu ist der Titelheld Vitalik Buterin, der Gründer von Ethereum.

Frank Puscher21.03.2022 11:05
Die aktuelle Ausgabe des Time-Magazine erscheint als NFT in der Blockchain und ist Mitgliedern des Timepieces-Clubs zugänglich
Die aktuelle Ausgabe des Time-Magazine erscheint als NFT in der Blockchain und ist Mitgliedern des Timepieces-Clubs zugänglich - Foto: Time.com

Wem immer noch nicht klar ist, welche Bedeutung die Blockchain für Medien haben kann, der sollte sich das brandneue Project vom ehrwürdigen "Time"-Magazine anschauen. Am Mittwoch den 23. März veröffentlicht "Time" eine interaktive Digitalausgabe als NFT (Non fungible Token) auf der Blockchain. In den Genuss dieses innovativen Erstlingswerks kommen Mitglieder des "Time"-NFT-Clubs namens TimePieces und Mitglieder der LIT-Community. Ein analoges Heft wird es auch geben.

Das NFT-Projekt von "Time" ist eines der ersten seiner Art und es kann zeigen, wohin die Reise im Digitalen geht. Bislang wurden NFTs entweder als digitale Kunstwerke gehandelt und überschritten gelegentlich Wertmarken im zweistelligen Millionenbereich. Oder NFTs werden als Ausdruck von digitalem Luxus-Lifestyle gesehen. Menschen schmücken ihre Avatare mit digitalen Kleidungsstücken oder Accessoires von Edelmarken wie Gucci, Dolce & Gabbana oder Adidas.

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Das "Time"-Projekt ist anders. Wer ein NFT erwirbt, erhält ein Zugangsrecht zu dem jeweiligen Inhalt. Man kann es mit einem digitalen Gutscheincode vergleichen, der nur individuell einsetzbar und nicht auf andere übertragbar ist. Dieser Gutscheincode ist dauerhaft in der Blockchain gespeichert. Man kann also auch in Jahren noch das „Heft“ sein Eigen nennen oder man kann das Zugangsrecht weiterverkaufen wie zum Beispiel Genossenschaftsanteile bei Immobilienprojekten. Und das Unternehmen, dass das Recht gewährt, kann weitere Leistungen an diesen Gutscheincode knüpfen. Es entsteht automatisch eine Art Clubzugehörigkeit.

Dadurch markieren NFTs eine neue Variante des CRM (Customer Relationship Management). Und genauso sieht man in New York die Timepieces. Es ist ein Leser-Club mit nach oben offenem Potential. Und es ist Ausdruck einer Direct2Consumer-Strategie ohne den Umweg über Buchhandel oder Kiosk. „Bis heute haben die Web3-Aktivitäten von "Time" mehr als zehn Millionen Dollar Umsatz generiert“, berichtet die Pressemeldung. Und das, obwohl TimePieces erst vor einem Jahr gestartet ist. 5000 „Club-Mitglieder“ haben ihr Wallet – ihre Blockchain- und Crypto-Geldbörse mit Time.com verbunden.

Inzwischen gibt es sogar einen hauptamtlichen Web3-Spezialisten bei "Time". Will Ban kommt vom Marktplatz Artsy. Er fädelte auch die aktuelle Partnerschaft mit der LIT-Community ein, die sich selbst als Gemeinschaft für digitale Kulturförderung bezeichnet.

Passend zur Art der Veröffentlichung widmet sich die Titelgeschichte ebenfalls der Blockchain. Zu den illustren Cover-Helden des "Time"-Magazine zählt ab Mitwoch Vitalik Buterin, der Gründer der Blockchain Ethereum, auf der die große Mehrzahl aller NFTs abgebildet sind. Buterin adressiert nicht nur den Hype sondern auch die Probleme der Crypto-Mechanik, von Geldwäsche bis Stromverbrauch.

Zur NFT-Ausgabe des "Time"-Magazine gehts es hier lang.

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